Kooperative Maschinenteams

Der Weg von den Einzelmaschinen zu Maschinenteams wird in AutoBauLog durch die Bereitstellung einer neuartigen Baumaschinen-Kooperationsarchitektur beschritten. Diese Kooperationsarchitektur basiert methodisch auf drei Säulen:

  1. Wissensmodelle
  2. Multiagententechnologie
  3. erweiterte Kontext- und Situationsmodelle.

In Wissensmodellen werden die grundlegenden Konzepte und Konzeptbeziehungen der Domäne Baustellenlogistik und Tiefbau formal repräsentiert und als Domänenontologien bereitgestellt. Dazu sind bestehende, in der Regel präformalisiert vorliegende Domänenmodelle zu analysieren, Konzepte zu extrahieren und Gemeinsamkeiten wie Unterschiede explizit zu beschreiben. Die Domänenontologien sind eine Voraussetzung für den Entwurf von kooperativen Softwareagenten als Repräsentationen der Akteure im Baustellengeschehen, d.h. der Baumaschinen und der Planungs- und Steuerungsinstanzen. Ein wesentliches wissenschaftliches Arbeitsziel liegt in der Weiterentwicklung und domänen-spezifischen Anpassung des Konzeptes semantischer BDI-Softwareagenten und der zugehörigen Softwarewerkzeuge des Partners FZID, so dass Softwareagenten ihre Aktionen auf Basis detaillierter, bautechnischer Sensordaten und zielgesteuert durch Bauaufträge Regelkreise entstehen und aufrecht erhalten werden. Hierzu sollen Interaktionsprotokolle für Softwareagenten basierend auf softwaretechnischen Standards (u.a. FIPA, W3C) untersucht und weiterentwickelt werden.

Eine entscheidende Rolle für die Kooperationsfähigkeit von Baumaschinen nehmen Erweiterungen und Anpassungen derzeitiger Kontext- und Situationsmodelle ein, die Informationen über bautechnische Zustände und Zustandsänderungen von Material-, Boden- und Maschineneigenschaften erfassen, analysieren und interpretieren lassen. Diese Kontext- und Situationsmodelle nutzen dazu unter anderem die semantisch reichere Repräsentation des Domänenwissens und führen zu Annotationen von Sensordaten, um diese für Softwareagenten zugänglich und interpretierbar zu machen.