Leitstandsbasierte Koordination und Visualisierung

Die aus der Fertigungsindustrie entlehnte Leitstandtechnologie ermöglicht u.a. die Integration verteilt erfasster Maschinen- und Baustellenparameter in die Bauwerksmodelle. Diese Parameter werden für Simulationen zur Vorhersage der weiteren 6D-Entwicklung (3D-Modell + Zeit + Kosten + Qualität) der Baustelle verwendet und bieten damit unter Berücksichtigung von statistischen Unsicherheiten die Grundlage für das frühzeitige Erkennen von kritischen Situationen und damit für rechtzeitiges Gegensteuern des Projektmanagements.

Um diesen Innovationsschritt zu erreichen, sind in AutoBauLog zahlreiche Fragestellungen zu untersuchen. Dies sind insbesondere:

  • Visuelle 3D-Repräsentation von Tiefbauvorhaben und den Aktivitäten der Baustellenlogistik für Bauplaner, Baustellenlogistiker und Bauprojektmanager. Hierzu sind Bauwerksmodelle und weitere baustellenbezogene Daten für die Modelle und Methoden der VR-Systeme bereitzustellen, und es sind Datenformate sowie Schnittstellen zu spezifizieren.
  • Identifikation und Bewertung von Planabweichungen sowie deren Repräsentation im Leitstand. Hierzu sind Verfahren für den Vergleich unterschiedlich formalisierter Baufortschrittsdaten und Bauwerksplandaten zu entwickeln und Benachrichtigungsstufen zu definieren.
  • Entscheidungsunterstützung für Planer durch Generierung von Handlungsvorschlägen bei festgestellten Planabweichungen. Hierzu sind u.a. vordefinierte Bauprozessmodelle heranzuziehen und basierend auf den eingesetzten und verfügbaren Maschinen und Maschinenteams Vorschläge für Auftragsänderungen bzw. neue Aufträge abzuleiten.
  • Speicherung und Archivierung von Realdaten der Baustelle und Simulationsdaten des Leitstandes, insbesondere auch für Leistungsverrechnung und Controlling. Hierzu sind die Leistungsverrechnungssysteme zu integrieren und Datenschnittstellen zu entwickeln.

In der Visualisierung der Modelldaten kommen Technologien der Virtuellen Realität zum Einsatz, die eine Einschätzung des Modells nach verschiedenen Gesichtspunkten in Abstimmung der mit dem Planfortschritt und den Solldaten ermöglichen. Der Einsatz von VR-Technologien wird dabei im Bereich der Baufortschrittsplanung für Planer und Baustellenleitung forciert. Mittels moderner VR-Technologien werden Parameter des Tiefbauprojektes aus Maschinen und ergänzenden Quellen erhoben und mit den Modellen abgeglichen, um die Soll-/Ist-Abweichung zu minimieren. Die Herausforderung besteht in der Synchronisation von Realwelt und Modell, so dass der tatsächliche Baufortschritt und der planmäßige Baufortschritt abgeglichen werden können und gegebenenfalls auftretende Differenzen sichtbar werden.